Die jaehrliche Leistungsbeurteilung stirbt aus – und kaum jemand trauert ihr nach. Einmal jaehrlich stattfindende Gespraeche ueber vergangene Leistungen befriedigen weder Mitarbeitende, die nach Wachstum streben, noch Fuehrungskraefte, die Ergebnisse verbessern wollen.
Kontinuierliches Leistungsmanagement ersetzt dieses ueberholte Ritual durch laufenden Dialog, regelmaessiges Feedback und in den Arbeitsalltag integrierte Entwicklung. So gelingt der Uebergang.
Warum jaehrliche Beurteilungen aussterben
Jaehrliche Beurteilungen leiden unter grundlegenden Maengeln. Der Aktualitaetsbias bedeutet, dass juengste Ereignisse das gesamte Jahr ueberschatten. Verspaetetes Feedback verliert seine Kraft, Verhalten zu aendern. Die Formalitaet erzeugt Angst, die ein ehrliches Gespraech untergräbt.
Fuer Mitarbeitende fuehlt es sich willkuerlich an, ein Jahr auf Rueckmeldung zu warten. Fuer Fuehrungskraefte ist es unmoeglich, zwoelf Monate Leistung in einer Sitzung gut zu dokumentieren. Der Prozess verbraucht enorme Zeit und liefert minimalen Mehrwert.
Organisationen, die jaehrliche Beurteilungen abschaffen, berichten ueber verbessertes Engagement ohne Verlust der Verantwortlichkeit. Der Schluessel liegt darin, das Ritual durch etwas Besseres zu ersetzen, nicht es einfach abzuschaffen.
Das Modell des kontinuierlichen Feedbacks
Kontinuierliches Leistungsmanagement verteilt Feedback ueber das gesamte Jahr:
Regelmaessige Einzelgespraeche (woechentlich oder zweiwoechentlich) schaffen Raum fuer laufende Leistungsgespraeche. Dies sind keine Statusberichte, sondern Coaching-Sitzungen mit Fokus auf Entwicklung und Hindernisse.
Echtzeit-Feedback folgt auf bedeutsame Ereignisse – abgeschlossene Projekte, gehaltene Praesentationen, geloeste Probleme. Sofortige Anerkennung verstaerkt Verhaltensweisen; sofortige Kurskorrektur verhindert wiederholte Fehler.